Erntedank bis Totensonntag

Erntedankfest
Üblicherweise findet das Erntedankfest am sog. Michaelistag (29.9.) oder an einem der beiden benachbarten Sonntage statt. In diesem Jahr ist das Sonntag, 2. Oktober 2022. Was viele nicht wissen: Bereits in der Antike wurden z.B. bei den Israeliten Erntedankfeiern begangen. Die ‚alten Römer‘ setzten diesen Dank fort. Auch in der frühen japanischen Geschichte findet sich diese Form der Danksagung. Die ältesten Belege für christliche Erntedankfeiern stammen aus dem 3. Jh. n. Chr. Bis zum Zeitalter der Industrialisierung waren die Menschen, ihre Existenz, ihr Überleben unmittelbar abhängig von guten Ernten. Waren diese eingeholt, wurde den Göttern gedankt und gefeiert. Später – infolge der Technisierung der Landwirtschaft und der Tatsache, dass immer mehr Bauern Eigentümer der von ihnen bestellten Flächen wurden – entwickelte sich das religiös geprägte Danksagen hin zu eher bäuerlich geprägtem Danksagen mit Umzügen, Feiern und Festreden. Der alte Brauch, die Altäre in den Kirchen mit Ähren und Garben, mit Früchten und Blumen zu schmücken, hat sich über Jahrhunderte gehalten. Danken für alles, was unser Leben sichert, Teilen mit denen, die unter Dürre und Hungersnöten leiden, vor allem der immer wichtigere Aspekt „verantwortlicher Umgang der Menschen mit Umwelt und Natur“ – das sind die Schwerpunkt des Erntedankfestes. Wie heißt es bereits im „Vater unser“: „Unser tägliches Brot gib uns heute!“ Die rund um den Altar aufgestellten Gaben werden üblicherweise notleidenden Menschen vor Ort gespendet, die gespendeten Gelder gehen an Hilfsorganisationen. Liturgische Farbe:  grün Thanksgiving Das allseits bekannte amerikanische Erntedankfest findet erst Ende November statt. Es ist ein traditionell stark familiär geprägtes Fest – wer kann, reist zu seiner Familie, wo dann der Truthahn mit diversen Beilagen aufgetischt wird. Laut einer Legende sollen die sog. Pilgerväter nach ihrer Ankunft in Amerika im Spätherbst 1621 mit Indianern, die bereits einen ähnlichen Brauch hatten, ein dreitägiges Fest gefeiert haben …

Reformation

Aus dem Symbol geht hervor, welche zwei großen Streitpunkte es zwischen der römisch-katholischen Kirche und Luther gab. Das Schriftverständnis (Bibelverständnis) und das unterschiedliche Verständnis, wie genau Brot und Wein als Leib und Blut Christi zu verstehen sind, trennten Luther (und heute die Evangelische Kirche) auf Dauer von der römisch-katholischen Kirche.
Zu Beginn des 16. Jh. gab es nur die römisch-katholische Kirche. Ein bekannter Spruch aus dieser Zeit: Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt“. Das bedeutete damals, dass die Gläubigen nicht mehr zur Beichte gehen mussten bzw. durch Veränderungen in ihrem Lebenswandel zu „besseren“ Menschen wurden, sondern sich durch „Bezahlung“ von ihren Verfehlungen/Sünden freikaufen konnten. Dies war schließlich einer der Punkte, die der Mönch Martin Luther – nach ausführlichem Studium der damals nur auf Latein bzw. griechisch zu lesenden Bibel – nicht länger akzeptieren wollte. Er war der festen Überzeugung, dass die Menschen alleine durch ihren Glauben „gut“ sein bzw. werden könnten. Da Luther vieles an den römisch-katholischen Verkündigungen und Verhaltensforderungen missfiel, soll er am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen, eine kritische Auseinandersetzung mit der Bußtheologie der Kirche, an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen haben. Er benutzte dafür die deutsche Sprache, so dass alle, die lesen konnten, seine Thesen verstehen und weiter verbreiten konnten. Auch der technisch immer besser werdende Buchdruck trug zur Verbreitung von Luthers Äußerungen bei. Die – weltliche und kirchliche – Obrigkeit der damaligen Zeit fand diese „Aufmüpfigkeit“ Martin Luthers mehr als unverschämt! Dieser musste sich wiederholt vor Fürsten und Bischöfen verteidigen und sollte schließlich unter Androhung der Todesstrafe seine Äußerungen widerrufen. Mit den Worten „Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!“ lehnte er das ab. Daraufhin wurde er von Kaiser Karl V. und dem Reichstag mit dem Bann belegt: Im gesamten Reich war es damit verboten, Luther zu unterstützen oder zu beherbergen, seine Schriften zu lesen oder zu drucken, und jedermann aufgefordert, ihn festzusetzen und dem Kaiser zu überstellen. Dank Kurfürst Friedrich dem Weisen von Sachsen wurde Martin Luther anschließend „entführt“ und auf der Wartburg in einem Quartier für adlige Gefangene festgesetzt. In der Zeit von Mai 1521 bis zum 1. März 1522 wurde aus dem Mönch ein „Ritter“; seine Frisur, seine Kleidung erinnerten nicht mehr an sein vorheriges Leben. Seine besondere Leistung in dieser Zeit: Martin Luther übersetzte die Bibel auf der Wartburg in ein Deutsch, das auch die Mägde und Knechte verstanden. „Dem Volk aufs Maul schauen“ nannte er das. Martin Luther wollte keine neue Kirche, sondern hoffte, die bestehende Kirche durch seine Schriften, Vorwürfe, Diskussionen erneuern zu können. Religiöse, aber auch weltliche/politische Streitereien ließen die Kluft zwischen Luther und seinen Anhängern einerseits und der katholischen Kirche andererseits immer tiefer werden und so entstand nach und nach die evangelisch-lutherische Kirche. Am Reformationstag feiern Christen die Erkenntnisse von Luther. Außerdem haben die Fragen, ob wir nach der Bibel leben, ob sie Ziel und Mittelpunkt unserer Verkündigung ist oder ob „Kirche“ „mal wieder“ eine Reformation braucht, ihre Aktualität bis heute nicht verloren. Liturgische Farbe: Rot

Die Lutherrose war auf dem Siegelring Luthers.

  • In der Mitte, im Zentrum, steht das Kreuz – Symbol für den Tod Jesu am Kreuz.
  • Das rote Herz, das das Kreuz umschließt, soll deutlich machen, dass wir Christen von Herzen glauben (sollen).
  • Das Herz wird von einer weißen Rose umschlossen – Symbol dafür, dass der Glaube den Menschen Freude, Trost und Frieden ist.
  • Himmelblau soll die Freude symbolisieren, die der Glaube uns Christen schenkt.
  • Das Grün steht für den Wachstum unseres Glaubens und damit verbundener, positiver Veränderung.
  • Der Ring ist umschlossen von einem goldenen Kreis, denn ein Kreis hat, wie die Liebe Gottes, keinen Anfang und kein Ende.
Halloween, (von All Hallows’ Eve, der Abend vor Allerheiligen) benennt die Volksbräuche am Abend und in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November. Um unheilbringende Götter zu vertreiben, um zu verhindern, dass Tote wieder ihre ursprünglichen Wohnungen besuchten, wurden Opfer gebracht, Feuer entzündet und Geschenke verteilt. Verkleidungen und Kürbisfratzen sollten ebenfalls die Geister vertreiben. Dieses Brauchtum war ursprünglich vor allem im katholischen Irland verbreitet. Die irischen Einwanderer in den USA pflegten ihre Bräuche in Erinnerung an die Heimat und bauten sie aus. Vor allem in den USA hat sich Halloween zu einem wichtigen (auch kommerziellen) Volksfest entwickelt. Seit den 1990er Jahren verbreiten sich Halloween-Bräuche in US-amerikanischer Ausprägung auch in Europa. Im deutschsprachigen Raum hat sich Halloween mit heimatlichen Bräuchen vermischt, z. B. mit dem sog. Rübengeistern (Kinderbrauch; ausgehöhlte Rüben werden mit Kerzen beleuchtet, in Fenster oder vor Türen gestellt, bei Umzügen mitgetragen, um Süßigkeiten zu ergattern). In Irland lebte einst der Sage nach der Bösewicht Jack Oldfield. Dieser fing durch eine List den Teufel ein und wollte ihn nur freilassen, wenn er Jack O. fortan nicht mehr in die Quere kommen würde. Nach Jacks Tod kam er aufgrund seiner Taten nicht in den Himmel, aber auch in die Hölle durfte Jack natürlich nicht, da er den Teufel betrogen hatte. Doch der Teufel erbarmte sich und schenkte ihm eine Rübe und eine glühende Kohle, damit Jack durch das Dunkel wandern könne. Der Ursprung des beleuchteten Kürbisses war demnach eine beleuchtete Rübe, doch da in den Vereinigten Staaten Kürbisse in großen Mengen zur Verfügung standen, höhlte man stattdessen einen Kürbis aus. Dieser Kürbis war seither als Jack O’Lantern bekannt. Um böse Geister abzuschrecken, schnitt man Fratzen in Kürbisse, die vor dem Haus den Hof beleuchteten. Abgesehen davon, dass heute vielerorts das „Geistervertreiben“ zerstörerische Ausmaße angenommen hat: Bis ins 20. Jh. wurde der Kürbis nur als Schweinefutter verwendet. Mit Halloween hat er eine kulinarische Aufwertung erfahren. Kürbissuppen, -kuchen, -kernöl, etc. sind heute beliebte Speisen. Buß- und Bettag
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Bedeutung der Lampen: Zehn Jungfrauen warten auf den Bräutigam (Jesus), doch nur die klugen haben noch Öl, als der Bräutigam dann kommt. Die fünf törichten Frauen dürfen nicht auf die Hochzeit des Bräutigams, sie müssen draußen bleiben. Diese zwei Öllampen sollen uns daran erinnern, dass wir unsere Schuld immer wieder vergeben lassen müssen, dass wir klug sind und darauf achten, wie wir unser Leben mit Jesus führen: Als Kluge und nicht als Törichte (Dumme).
Der Buß- und Bettag ist ein Feiertag der evangelischen Kirche in Deutschland, der ursprünglich auf Zeiten der Not zurückgeht und alljährlich Mitte November begangen wird. Alle Glaubensgemeinschaften kennen Buße- und Sühnezeiten, allerdings in verschiedenen Ausprägungen. Schon in der Antike (z.B. im alten Rom) gab es gemeinsame Bußzeiten, die Not und Kriegsgefahr abwenden sollten. Die Bibel berichtet z.B. von der Geschichte des Propheten Jona, der von Gott nach Ninive geschickt wird, um dieser Stadt ihren Untergang zu verkünden, worauf der König ein allgemeines Fasten ausrief und Gott die Stadt letztlich verschonte (AT, Jona 3,4–10). Auch im Mittelalter hielt man in besonderen Notfällen oder bei drohenden Katastrophen Sühnetage ab, was damit auch mehrmals im Jahr der Fall sein konnte. Die protestantischen Kirchen nahmen diese Tradition als Tage der Besinnung und Neuorientierung im Leben auf. Eine besondere Bedeutung bekam der Buß- und Bettag im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648). Zum einen wurde er – zu aktuellen Anlässen – von der evangelischen Kirche vorgeschrieben, zum anderen hatten die verschiedenen Regionen Deutschlands allerdings ganz verschiedene Termine für Buß- und Bettage. Im Jahr 1878 gab es in 28 deutschen Ländern insgesamt 47 Bußtage an 24 unterschiedlichen Tagen… Am 12. März 1893 wurde in Preußen per Gesetz festgelegt, dass im deutschen Reich ein einheitlicher Buß- und Bettag am Mittwoch vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr stattfinden sollte. Als gesetzlicher Feiertag für Gesamt-Deutschland wurde der Buß- und Bettag 1934 festgelegt. Nach der Wiedervereinigung wurde der Buß- und Bettag ebenfalls von allen neuen Bundesländern übernommen und war ab 1990 ein einheitlicher deutscher Feiertag. Allerdings beschloss man im Jahr 1994, den Buß- und Bettag als arbeitsfreien Tag mit Wirkung ab 1995 zu streichen, um auf diese Weise eine Mehrbelastung für die Arbeitgeber durch die Beiträge zur neu eingeführten Pflegeversicherung durch Mehrarbeit der Arbeitnehmer auszugleichen. Nur im Freistaat Sachsen wird der Feiertag bis heute beibehalten. Da der Buß- und Bettag weiterhin kirchlicher Feiertag ist, sind in manchen Bundesländern an diesem Tag Tanzveranstaltungen verboten, teilweise auch der Betrieb von Geldspielautomaten und Spielhallen. Jeder weiß: Wir Menschen sind nicht perfekt. Wir machen Fehler – gegen uns, gegen andere. Natürlich reicht es nicht, sich nur einmal im Jahr Gedanken zu machen, wo bzw. gegen wen man Fehler gemacht hat! Der Buß- und Bettag soll uns helfen, zur Ruhe zu kommen, uns zu besinnen, unser Leben zu überprüfen – und ggf. neue Wege einzuschlagen. Dass dazu dann auch Reue und um Verzeihung bitten gehört, versteht sich von selbst! Liturgische Farbe: violett Totensonntag, 20.11.2022
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… das Kreuz als Symbol für Leiden und Sterben, die Strahlen als Symbol für Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod.
Der Totensonntag, auch Ewigkeitssonntag genannt, ist ein Gedenktag für die Verstorbenen. Er ist der letzte Sonntag des Kirchenjahres. An diesem Sonntag gedenken die Christen ihrer verstorbenen Familienmitglieder und Freunde. Christen glauben, dass die Verstorbenen nicht einfach tot sind, sondern in einer anderen Welt bei Gott leben. Doch einen Menschen zu verlieren schmerzt immer oder zumindest immer wieder. An diesem Tag darf man sich an die Verstorbenen ganz bewusst erinnern und an sie denken. Im Gottesdienst an diesem Tag werden in vielen Kirchengemeinden die Namen aller evangelischen Verstorbenen vorgelesen, oft wird für jeden Namen auch eine Kerze angezündet. In Trauer und Schmerz kann damit deutlich werden: Es gibt einen „Ort“, eine „Zeit“, einen „Platz“ für unsere Toten! Im Erzählen, im Erinnern – hier im Gottesdienst bekommen sie noch einmal Aufmerksamkeit, sie sind nicht vergessen. Die Hinterbliebenen können im Gottesdienst spüren, dass sie nicht alleine sind in ihrer Trauer. Vorgelesene, alte Worte aus der Bibel, gemeinsames Singen und Beten, die Predigt, die Gemeinschaft der Gottesdienstteilnehmer – all‘ das ist Trost in diesen schweren Zeiten! Und wenn uns an diesem Tag bewusst wird, dass auch unser Leben endlich ist, so werden wir – in all‘ unserer Trauer – das Leben umso mehr wertschätzen können …

Liturgische Farbe: weiß

Wer nicht so gerne an diesem Tag in den Gottesdienst gehen mag, aber dennoch seiner Verstorbenen gedenken möchte, kann das online auf www.trauernetz.de tun. Dieses Angebot der evangelischen Kirche ist kostenlos. Die dort eingetragenen  Namen werden während der Online-Andacht im Chat eingeblendet und im Gebet vor Gott gebracht. Im Anschluss beten die Chatteilnehmerinnen und –teilnehmer gemeinsam das Vaterunser und bitten um Gottes Segen.
„Nichts ist ewig. Wenn du dies begreifst, wirst du nicht zu viel feiern in der Freude und nicht zu sehr trauern im Leid.“ (Sokrates)